
Am 9. März 1517 wurde Johann Turmair von den bayerischen Herzögen Wilhelm IV. (1493 – 1550) und Ludwig X. (1495 – 1545) zum bayerischen Historiographen ernannt und begann mit der Erforschung der historischen Quellen. Zwischen 1519 und 1521 vollendete er in Abensberg sein epochales Werk über die bayerische Geschichte. Ab 1522 begann Aventinus, sein in lateinischer Sprache verfasstes Buch ins Deutsche zu übersetzen. Die Werke über die bayerische Geschichte erschienen erst nach seinem Tode 1554 (»Annales ducum Boiariae«) und 1566 (»Bayerische Chronik«).
Aventins Vorläufer hatten bereits im 14. Jahrhundert so genannte „Annales“, also Chroniken, verfasst. Einige Beispiele finden sich hier. „Von ihren Vorgängern unterscheiden sich seine Werke durch die viel breitere Quellenbasis, die nicht nur historiographische Quellen, sondern auch Überreste einbezog, und durch die kritische Methode, die ein deutlicher Fortschritt gegenüber der mittelalterlichen Kompilation der Landeschronisten des 15. Jahrhunderts war.“(1)
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(1) Lexikon Bayerische Landeschronistik, Stand 01.03.2018